Zystenbehandlung

Kieferzyste_fotolia_35860257Bei Zysten handelt es sich um mit Epithel (Oberflächengewebe) ausgekleidete „Löcher“, die meist mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. „Zysten stellen Hohlräume im Kieferknochen dar. Mit zunehmender Flüssigkeitsfüllung nehmen sie an Größe zu“, so Prof. Jakse, Leiter des Departments für Zahnärztliche Chirurgie und Röntgenologie der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Medizinischen Universität Graz. Sie treten vor allem im mittleren Lebensalter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Kieferzysten wachsen zwar langsam, verdrängen aber das benachbarte Gewebe und müssen daher in jedem Fall behandelt werden.

Ursachen von Kieferzysten

Häufige Ursache für eine Kieferzyste ist beispielsweise ein abgestorbener Zahn. Man spricht dann von der sogenannten radikulären Kieferzyste (Zahnwurzelzyste). „Diese Zysten sind entzündlich bedingt und entwickeln sich meist im Wurzelspitzenbereich eines Zahnes“, so Jakse. Eine weitere Form sind follikuläre Zysten. Sie entstehen aus Gewebe des Zahnsystems aus der embryonalen Zahnentwicklung. „Follikuläre Zysten stellen quasi eine Entwicklungsstörung im Rahmen der Zahn- und Kieferentwicklung dar“, sagt der Universitätsprofessor. Darüber hinaus gibt es noch weniger häufige tumoröse Erkrankungen wie etwa die Keratozyste. Bei dieser handelt es sich um einen gutartigen Tumor (keratozystischer odontogener Tumor), der aggressiver als die oben genannten Zysten in umgebende Strukturen wächst und aktiv Knochen abbaut. Der zystische Tumor kann Tochterzysten bilden und auch nach entsprechender Entfernung immer wieder – auch an anderen Stellen – auftreten. „Wenn er in mehreren Kieferregionen wächst, muss man an ein sogenanntes Gorlin-Goltz Syndrom [erblich bedingte Karzinomerkrankung, Anm.] denken. Dieses geht auch mit Hautveränderungen einher“, so Jakse.

Rechtzeitige Behandlung

Solange die Zysten noch klein sind, verursachen sie kaum Beschwerden. „Kieferzysten wachsen meist in die Richtung des geringsten Widerstandes im Kieferknochen, ohne Symptome zu bereiten. Der Befund wird daher meist zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Röntgen-Untersuchung gestellt“, so Jakse. Mit zunehmendem Wachstum können sich jedoch Schmerzen einstellen, vor allem dann, wenn eine Entzündung im Spiel ist. Zudem können sich Schwellungen innerhalb der Mundhöhle, aber auch nach außen sichtbar entwickeln. Kieferzysten führen in einigen Fällen auch zu Zahnfehlstellungen oder Zahnlockerungen. Angesichts dieser Auswirkungen ist eine rechtzeitige Therapie angebracht. Unbehandelt vergrößern sie sich und es kommt zur Aushöhlung und Auftreibung des Kieferknochens. Bei fortgeschrittenen Fällen besteht darüber hinaus das Risiko eines Kieferbruches. Die Diagnose ist meist rasch gestellt. Im Röntgenbild sind Kieferzysten als scharf begrenzte, meist runde, dunkle Veränderungen feststellbar.

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